Einer der Gegenpole zu Stress ist das Empfinden von Gelassenheit. Wenn wir gelassen sind, haben wir das Gefühl, alles im Griff zu haben. Dies geschieht mit einer gewissen Leichtigkeit. Wir sind mit uns und der Welt im Reinen. Wir strahlen Ruhe und eine positive Grundstimmung aus.
Innerhalb der von positiven Gefühlen lassen sich Emotionen mit einem hohen Grad an positiver Erregung von solchen mit einem niedrigen Grad unterscheiden2. Gelassenheit ist eher der letzteren Gruppe zuzuordnen, denn sie zeigt sich sanfter und weniger vordergründig als Freude. Sie knüpft oft an andere positive Gefühle wie Ehrfurcht oder Stolz an1.

Gelassenheit entsteht meiner Erfahrung nach aus der Akzeptanz der Welt, wie sie ist. Aus einem neutralen Blickwinkel und einer realistischen Einschätzung der Bedeutsamkeit von Ereignissen, aber auch der eigenen Fähigkeiten zum Umgang mit eventuellen Hürden. In gelassener Stimmung fällt es leichter, eben jene Metaperspektive einzunehmen, einen Schritt beiseite zu gehen und die Situation objektiver zu bewerten. Der gelassene Zustand zeigt sich darüber hinaus entschleunigt. Ganz im Gegensatz zu der Getriebenheit, die durch Angst, Hektik oder Stress entsteht. Sowohl die Entschleunigung als auch die Metaperspektive und damit langfristig auch Gelassenheit können beispielsweise über Entspannungsübungen erreicht werden.

Im Folgenden stelle ich Ihnen eine solche kleine Gelassenheits-Fingerübung zur Verfügung.

Gelassenheitsübung

Die Übung ist in der Du-Form formuliert, da sich dies meist angenehmer anfühlt. Es kann sinnvoll sein, die Übung über Kopfhörer zu hören, um sich besser auf sie konzentrieren und potentielle Störgeräusche ausschließen zu können. Ich habe bewusst keine Musik in der Übung genutzt, da diese sich in die gängige Beschallung, die der Alltag mit sich bringt nahtlos einfügt. Sollten Sie großen Wert darauf legen, entspannende Musik im Hintergrund dudeln zu hören, empfehle ich Ihnen, parallel einen solchen Titel z.B. über Ihre Anlage laufen zu lassen.

Hinweis: Entspannungsübungen ersetzen keine Diagnose oder Behandlung durch einen Facharzt.
Sollten Sie unter Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, bestimmten Formen von Angstzuständen, dissoziativen Störungen oder ähnlichem Leiden, klären Sie bitte zunächst mit dem Arzt Ihres Vertrauens ab, ob die Durchführung für Sie geeignet ist.

Literaturverzeichnis

1 Fredrickson, B. (2011). Positivity. Groundbreaking research to release your inner optimist and thrive. Oxford: Oneworld.
2 Helgoe, L. (2013). Introvert Power. Why Your Inner Life Is Your Hidden Strength (2. Aufl.): Sourcebooks, Inc.