Die Jahreswende ist für viele Menschen ein Anlass, sich Veränderungen im Hinblick auf verschiedene Aspekte ihres Lebens vorzunehmen. Einer jener Vorsätze könnte beispielsweise lauten: „2019 fange ich endlich an, Sport zu machen.“. Eine fabelhafte Idee! Denn Sport sorgt nicht nur für ein besseres Körpergefühl und eine höhere physische Gesundheit. Sport tut auch unserer Seele gut.
In den Tiefen unseres Hirns sitzt das limbische System. Es besteht aus verschiedenen Teilstrukturen. Unter anderem dem Hypothalamus und der Amygdala (Lehman, o.J.). Beide sind für das emotionale Geschehen in unserem Körper mitverantwortlich. Die Amygdala reguliert insbesondere Furchtreaktionen, der Hypothalamus hingegen sorgt allgemein für das Auftreten angenehmer oder unangenehmer Gefühle. Er spielt darüber hinaus eine große Rolle im Hinblick auf unsere Stressreaktionen (Grabowski, Smith & Nolen-Hoeksema, 2007). Kurz gesagt, das limbische System regelt unser Wohlbefinden, beeinflusst jedoch gleichzeitig unsere Körperfunktionen wie z.B. unseren Blutdruck, die Ausschüttung von Hormonen oder unsere Herzfunktion. Es sorgt im Hinblick auf diese für ein Gleichgewicht, das ich ansatzweise bereits in meinem Beitrag zum Thema Entspannung angeschnitten habe – die sogenannte Homöostase. Dieser Gleichgewichtszustand macht den Körper handlungs- und anpassungsfähig.
Das limbische System ist ein sehr alter Teil des Gehirns, den wir mit sämtlichen Säugetieren gemeinsam haben. Seine neuronale Struktur unterscheidet sich vom Rest unseres Hirns. Dadurch wird für eine schnellere, aber dafür rudimentärere Informationsverarbeitung gesorgt. In der Vergangenheit ermöglichte uns dies, zu überleben. Würden wir in brenzligen Situationen mehrere Minuten lang überlegen, ob wir kämpfen oder fliehen sollen, wäre das unserem Überleben vermutlich wenig zuträglich. Daher werden Informationen, die im limbischen System eingehen, recht schnell auf der körperlichen Ebene umgesetzt.
Wenn körperliche Reaktionen und Emotionen nun durch dieselbe Kommandozentrale verknüpft sind, sollte es im Grunde möglich sein, Gefühle durch körperliche Vorgänge zu beeinflussen. Es gibt viele Verfahren, die an dieser Stelle ansetzen, wie z.B. die progressive Relaxation (ein Entspannungsverfahren) oder EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), doch als eine simple Basistechnik zur Aufrechterhaltung bzw. Förderung psychischer Gesundheit, ist Sport eine überaus effektive und leicht umsetzbare Möglichkeit. Es geht dabei nicht darum, sich über die Maßen auszupowern. Das ist natürlich eine Frage des Geschmacks und wer dies mag, sollte sich dem vollen Vergnügen hingeben. Doch gerade für Sportmuffel stellt der Gedanke an körperliche Erschöpfung oft einen abschreckenden Faktor dar. Die gute Nachricht für all jene: In der Tat reicht es, sich zwar anzustrengen, aber sich dabei nicht zu überfordern. Man sollte sich im wahrsten Sinne des Wortes also immer unter der Schwelle zur Überforderung bewegen. Ein Indiz dafür, dass man auf dem richtigen Level trainiert, ist der sogenannte Flow-Zustand, auf den ich in einem späteren Beitrag eingehen werde. Unter Berücksichtigung dieser kleinen Regel, genügen bereits drei Mal zwanzig Minuten sportliche Betätigung über die Woche verteilt, um dem Gemüt etwas Gutes zu tun (Servan-Schreiber, 2006).

Literaturverzeichnis
Grabowski, Joachim; Smith, Edward E.; Nolen-Hoeksema, Susan (Hg.) (2007): Atkinsons und Hilgards Einführung in die Psychologie. 14. Aufl. Heidelberg: Spektrum Akadademischer Verlag.
Marie-Luise Lehman (o.J.): Lobus limbicus, Limbisches System. Online verfügbar unter http://www.gehirn-atlas.de/limbisches-system.html, zuletzt geprüft am 04.01.2019.
Servan-Schreiber, David (2006): Die neue Medizin der Emotionen. Stress, Angst, Depression: Gesund werden ohne Medikamente. 24. Aufl. München: Goldmann.


Bildnachweis
unsplash-logoShea Salisbury

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