Die folgende Beratung ist ein Beispiel für meine Beratungsarbeit. Sie ist Teil meiner ehrenamtlichen Tätigkeit auf Psychomeda.

Fru (w, 44) aus München: Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich und mein Mann leben seit 24 Jahren zusammen, haben drei Kinder. Aber immer wieder und je älter mein Mann ist, rastet er aus, schreit mich an, ich bin immer die die in provoziert und dafür verantwortlich – sagt er. Heute schmeißt er mich mit Gewalt aus seinem Büro raus(hat mich gegen einen Schrank gedrückt so fest, dass ich Schmerzen von der Türklinke habe, hat mich geschubst und mein T-Shirt ganz zerrissen. Ich wollte mich nur bei hm entschuldigen, weil wir über Urlaub gestritten haben. In unserer Ehe, bin ich immer die, die als erste redet, habe schon versucht zur Eheberatung zu gehen (2 Termine,alleine ohne mein Mann). Er sagt ich sei krank und brauche Arzt und Beratung, er nicht. Meine Frage an Sie: was soll ich noch machen?? Die Kinder sagen zu mir: Wir können nicht mehr aushalten!! Wenn er mit den Kindern redet, sagt er immer, eure Mutter ist für alles schuldig. Er zieht sich zurück und arbeitet viel, nur reden mit mir in Ruhe will er nicht. Wenn ich zu Ihm gehe, schreit mich an und sagt ich habe sein Leben kaputt gemacht. Bitte um Hilfe.
Vielen Dank


Liebe Fru,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Vertrauen.
Sie und Ihr Mann sind bereits sehr lange ein Paar. Leider behandelt Sie Ihr Mann jedoch nicht mehr sonderlich partnerschaftlich. Er gibt Ihnen die Schuld an der Unzufriedenheit mit seinem Leben, macht Sie bei den Kindern schlecht, ist Ihnen gegenüber verbal und körperlich gewalttätig. Das tut weh. Ich frage mich, wie Sie das bisher alles bewältigt haben.

Sie fühlen sich vermutlich verzweifelt und machtlos. Sie möchten für Ihre Partnerschaft kämpfen, aber Ihr Mann scheint so gar nicht darauf einzugehen. Ich finde bemerkenswert, wie hartnäckig und konsequent Sie immer wieder versuchen, eine beiderseitige Lösung anzuregen.
Leider können Sie Ihren Partner nicht zwingen, mit Ihnen über Probleme zu sprechen. Das ist keine schöne Erkenntnis, ich weiß. Doch Sie haben bereits sehr viel unternommen. Zu einer Partnerschaft gehören immer zwei Parteien. Und wenn eine streikt, dann kann sich die andere noch so bemühen, beide werden sich dennoch im Kreis drehen. Ähnlich wie ein Ruderboot, an dem nur das Paddel auf einer Seite bewegt wird.
Auch wenn es traurig ist und schwer fällt, versuchen Sie zu akzeptieren, dass Ihr Mann gerade nicht bereit ist, sich mit Ihnen und Ihrer Beziehung auseinander zu setzen.
Richten Sie Ihren Aufmerksamkeitsfokus stattdessen auf sich selbst. Überlegen Sie sich, ob es vielleicht Sinn macht, auf Abstand zu gehen. Damit meine ich, dass Sie Ihren Mann komplett in Ruhe lassen. Kochen Sie erst einmal Ihre eigenes Süppchen, ganz unabhängig von ihm. Treffen Sie sich z.B. mit Ihrem Freundeskreis, machen Sie allein schöne Unternehmungen.
Auf Grund der aggressiven Geladenheit der Situation wäre in meinen Augen auch dringend zu überlegen, ob eine – zumindest vorübergehende – räumliche Trennung in Betracht zu ziehen ist. Dies kann Ihnen, Ihren Kindern und Ihrer Beziehung etwas Ruhe sowie Zeit zum Durchatmen bzw. Nachdenken verschaffen. Gibt es vielleicht Freunde oder Bekannte, bei denen Sie gegebenenfalls gemeinsam mit Ihren Kindern unterkommen können? Es ist überaus wichtg, dass Sie sich selbst schützen.
Insgesamt wäre sicher auch eine psychologische Beratung oder Therapie günstig, um Sie zu unterstützen und Strategien für Ihren persönlichen Umgang mit all dem zu entwickeln, da eine komplette Aufarbeitung Ihrer Situation in diesem Beratungsrahmen hier auf Psychomeda nur schwer möglich ist.

Ich hoffe dennoch, dass Ihnen meine Antwort den ein oder anderen Impuls geben konnte und würde mich über eine positive Bewertung freuen.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihren weiteren Weg.

Freundliche Grüße,
Anna-Marie Vitzthum

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